Inhaltsstoffe

 

Woraus wird Kaugummi hergestellt?

 

Die genaue Rezeptur jedes Kaugummis bleibt natürlich das Geheimnis des jeweiligen Herstellers. Schauen wir uns aber die Angaben auf den Verpackungen einmal näher an, sind sich viele Kaugummis in ihrer Zusammensetzung sehr ähnlich.

Hier sind die wichtigsten Zutaten kurz erklärt:

Kaumasse:
auch Gumbase genannt; sie bildet das Herz eines jeden Kaugummis. Sie bestimmt die Kaueigenschaften und ist somit erheblich für die Qualität verantwortlich. Früher verwendete man hierfür natürliche Gummis und Harze, heute sind es überwiegend synthetische Elastomere.

Verdickungsmittel:
natürlich oder künstlich hergestellt, verleihen sie dem Kaugummi das richtige Volumen und ein angenehmes Mundgefühl; z.B Pektin (E 440) oder modifizierte Stärke.

Weichmacher:
wie der Name schon sagt, machen sie den Kaugummi geschmeidiger (z.B Glyzerin).

Emulgatoren:
Sie erleichtern das Mischen von einzelnen Zutaten wie Öl und Wasser, z.B. Lecitin (E 322).

Zucker oder Süßstoff:
die meisten Kaugummis werden heute ohne Zucker angeboten.

 

Die wichtigsten Süßstoffe im Überblick:

Sorbitol: E 420
auf deutsch auch Sorbit genannt; es ist ein Zuckeraustauschstoff und gehört zu der Familie der Zuckeralkohole. Sorbit wird vom Körper wie Zucker verwertet, hat aber nicht die gleiche Süßkraft. Es kommt in kleine Mengen natürlich vor und ist daher in der Gewinnung sehr teuer. Sorbit wird neben Xylit vorzugsweise bei der Herstellung von Zahnpflegekaugummis verwendet. Der Vorteil von Sorbit ist, dass es die Säurebildung im Mund reduziert, weil viele Bakterien über kein Enzymsystem verfügen, um Sorbit abzubauen.

Xylitol: E 967
auf deutsch auch Xylit genannt, ist wie Sorbit ein Zuckeraustauschstoff, wird aus Holz gewonnen und gehört ebenfalls zur Familie der Zuckeralkohole. Xylit hat eine größere Süßkraft als Sorbit, ist aber in der Gewinnung auch sehr teurer. Da Xylit besonders die Bildung von Kariesbakterien im Mund verhindert, wird es überwiegend bei der Herstellung von Zahnpflegekaugummis als Süßstoff verwendet.

Acesulfam K: E 950
Acesulfam K ist ebenfalls ein künstlicher Süßstoff und hat eine etwa 150 mal größere Süßkraft als
Zucker.

Aspartam: E 951
Aspartam ist ein künstlicher Süßstoff. Er besteht aus zwei Aminosäuren: Phenylalanin und Asparaginsäure. Seine Süßkraft entspricht ungefähr der 200-fachen von Zucker. Aspartam wird in den meisten Kaugummis ohne Zucker verwendet und verleiht ihnen die richtige Süßkraft.

Saccharin: E 954
Saccharin ist ein künstlicher Süßstoff und ist 300 bis 700 mal süßer als Zucker. Es hat allerdings den
Nachteil, dass es einen bitteren Nachgeschmack haben kann - daher wird Saccharin gern zusammen mit
Aspartam verwendet.


Maltit: E 965

Der Süßstoff Maltit wird aus Kartoffel-, Mais- oder Getreidestärke hergestellt. Maltit hat nur ca 80%
der Süßkraft von Zucker, wird aber vom Körper nicht voll verwertet.

Aromen:
Aromen verleihen den Kaugummis ihren eigenen Geschmack. Welche Aromen aber und in welchen Mengen und Kombinationen verwendet werden, bleibt natürlich auch ein Geheimnis der Hersteller.

Farbstoffe:
Es sind natürliche oder künstlich hergestellte Substanzen. Sie verleihen dem Kaugummi das richtige Aussehen und sind vor allem in Bubble Gums zu finden.

Antioxydationsmittel:
Damit Kaugummis nicht durch Luftsauerstoff oxydieren (das täte auch ihrem Aussehen nicht gut), müssen entsprechende Mittel wie z.B Tocopherol (Vitamin E, E 307) oder Ascorbinsäure (Vitamin C, E 300) zugesetzt werden.

Carnabau:
Carnabau-Wachs ist ein natürliches Wachs und wird über die Kaugummis gezogen, damit sie nicht durch Luftfeuchtigkeit aneinander kleben. Dies ist besonders bei Kaugummis ohne Zucker wichtig, da Zuckeralkohole Wasser bzw.Feuchtigkeit anziehen.

 

 

 

Der Gummi im Kaugummi

Was ist nun eigentlich der “Gummi”, auf dem man kaut?
Kaugummi besteht zu einem Anteil von ca. 20 bis 25 % aus einer nicht verzehrbaren, speichelunlöslichen sogenannten Kaugummibase.

Vorwiegend in Südamerika sowie in Indonesien und Malaysia wachsen bestimmte Bäume, aus deren eingedicktem Milchsaft oder Harzen die natürliche Kaumasse besteht.
In Südamerika gewinnt man aus der Rinde des Sapodill-Baumes einen Milchsaft, der durch Kochen eingedickt wird und unter der Bezeichnung „Chicle“ als Grundstoff für die Kaugummi-Herstellung dient.

Der eingedickte Saft wird nach dem Abkühlen in „Marqueta" (Blöcke) von mehreren Kilogramm gepresst und so zur Weiterverarbeitung zu den Herstellern geschickt. In ausgefeilten technischen Verfahren wird durch Kombinieren natürlicher und künstlicher Rohstoffe dem Kaugummi der bestmögliche „Biss“ verliehen.

 

 

 

Welche Zutaten sind erlaubt?

Nach dem deutschen Lebensmittelrecht, durch das die grundsätzliche Zusammensetzung von Kaugummis festgelegt wird, müssen alle Inhaltsstoffe von bester Qualität und für den menschlichen Körper gut verträglich sein.

Alle Hersteller entwickeln natürlich eigene Rezepte, mit der sie ihre Marke mit einer außergewöhnlichen Geschmacksnote ausstatten.
Als Zutaten bekommen beispielsweise natürliche oder naturidentische Aromastoffe für den erfrischenden oder besonderen Geschmack, wie z.B. Pfefferminze oder Frucht- und Gewürzextrakte, zum Einsatz.

Zucker und Maissirup bzw. Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sorgen für eine angenehme Süße.
Weichmacher aus pflanzlichen Ölen stellen sicher, dass der Kaugummi nicht austrocknet und hart wird.

 

 

 

Wie kommt der Geschmack in den Kaugummi?

Nach strengen Qualitätskontrollen der einzelnen Zutaten beginnt die Kaugummi-Produktion mit dem Zerkleinern und Mahlen der jeweiligen Basismaterialien.

Im nächsten Schritt wird die in der Regel aus verschiedenen Gummiarten bestehende  Kaugummibase geschmolzen und mittels Zentrifugen und Filteranlagen gereinigt. In Mischtrommeln aus Edelstahl werden der nun flüssigen Masse entsprechend der Rezeptur die weiteren Zutaten wie z.B Aromastoffe in genau vorgegebenen Mengen zugefügt und alles intensiv durchmischt.

Der nun fertige Teig, der in seiner Konsistenz einem Brotteig ähnelt, wird anschließend mittels Maschinen und Rollen immer dünner ausgewalzt, bis ein endloses Kaugummiband entsteht. Dieses Band wird danach in einzelne Portionen oder Streifen geschnitten, teilweise mit farbigen Lebensmittellacken beschichtet und schließlich in einem Klimaraum bei exakt vorgegebener Temperatur und Luftfeuchtigkeit gehärtet.

In komplexen Verpackungsmaschinen werden die einzelnen Kaugummis abschließend verpackt und nach der Endinspektion zum Verkauf freigegeben.

Die maßgeschneiderte Produktverpackung garantiert zum einen, dass der Kaugummi lange weich und aromatisch bleibt und den Transport zu den Händlern unbeschadet übersteht. Zum anderen dient die Verpackung auch zur Information von Handel und Endkunden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen, insbesonders auch zur Deklaration der Inhaltsstoffe.