Historische Personen

 

 

Amos Tyler

Am 27. Juli 1869, erhielt Amos Tyler, Einwohner von Toledo, Ohio das erste Patent in den Vereinigten Staaten für den Kaugummi. Tylers Kaugummi bestand aus weißen Kolofonium und Olivenöl, das er erhitzt und gründlich vermischt hat. Nachdem die Mischung abgekühlt war, hatte der Kaugummi eine weiße Farbe. Tyler schnitt sein Produkt in Streifen und jeder einzelne war individuell verpackt. Es gibt keine Beweise dafür, dass Tyler jemals seinen Kaugummi kommerziell verkauft hat, obwohl es wahrscheinlich ist, dass er den lokalen Markt in und um Toledo abgedeckt hat.

 

 

Columbus

Der Brauch des Kauens auf dem Harz des Sapodilla-Baumes bei den Mayas wurde uns von einigen Indianerstämmen überliefert. Columbus brachte von seiner Entdeckungsreise einen dicken Klumpen dieses begehrten Gummis mit nach Hause.

 

 

Dios Corriedis

Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. berichtete der große griechische Physiker und Botaniker Dios Corriedis in seinem Buch „De Materia Medica“ über den Brauch und den Nutzen des Mastix-Kauens, wobei das Wort „Mastix“ aus dem Griechischen stammt und soviel wie „kauen“ bedeutet. Mastix-Bäume sind sehr selten, man findet sie fast ausschließlich auf der griechischen Insel Chios.

 

 

John Curtis Jackson

Der erste Kaugummifabrikant war der US-Amerikaner John Curtis Jackson.
Der Seemann kam 1848 auf die Idee, dem Kaugummi Geschmack zu verleihen und ihn in größeren Mengen herzustellen. Er verwendete ein indianisches Rezept mit Fichtenharz als Grundstoff. Sein Erfolg war so groß, dass Jackson bereits nach kurzer Zeit Eigentümer einer Fabrik mit 200 Angestellten war. Schon bald suchte Jackson nach neuen Rohstoffen, um seine ständig wachsende Käuferschaft mit Kaugummi versorgen zu können. Das aus Rohöl gewonnene Paraffin stellte sich hierbei als idealer Ersatz für das Sapodilla-Harz heraus. Jackson brachte als erster einen auf künstlicher Basis hergestellten Kaugummi auf den Markt.
Somit entwickelte sich in Nordamerika das Kaugummi vom Naturprodukt zum industriell gefertigten Massenschlager.

 

 

Professor H. L. Hollingworth

Als 1939 Professor H. L. Hollingworth von der New Yorker Columbia University herausfand, dass kauen nicht nur entspannend wirkt, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit steigert, versorgten die USA ihre Soldaten im 2. Weltkrieg so reichlich mit Kaugummi, dass der Stoff in der Heimat knapp wurde.
„Vergessen Sie diese Packung nicht!“, warb der größte Hersteller (Wrigley´s) in dieser nationalen Notlage.

 

 

Thomas Adams

Thomas Adams (* 1818 in New York; † 1905) gilt als Vater des Kaugummis. Der Erfinder verkaufte statt der bis dahin auf dem Markt existierenden Kaugummikugeln aus Paraffinwachs das Kaugummi in Streifen, basierend auf dem getrockneten Saft des Sapotillbaumes (chicle). Ausschlaggebend war sein Kontakt mit dem mexikanischen General und mehrmaligen Staatspräsidenten von Mexiko, Antonio López de Santa Anna.

 

Adams versuchte sich zuvor in verschiedenen Handelsgeschäften, betätigte sich auch als Glashändler und wurde in den 1860er Jahren Fotograf.

 

Santa Anna hielt sich zeitweise im Exil auf Staten Island in New York auf. Hier traf er mit Thomas Adams zusammen. Er gab Adams Chicle, ein Baumharz aus dem Saft des Sapotillbaumes, das seit Jahrhunderten von mittelamerikanischen Indianern verwendet wird. Santa Anna schlug dem erfinderischen Fotografen vor, mit Chicle als Kautschukersatz zu hantieren. Adams kaufte Santa Anna einen Teil seines importierten Vorrats ab und ging ans Werk.

Adams glaubte, eine Möglichkeit zur Verbesserung synthetischen Gummis zu haben und begann mit entsprechenden Experimenten (z.B. mit Vulkanisieren) für Spielzeug, Masken, Gummistiefel und Fahrradreifen, die jedoch allesamt scheiterten. Er war drauf und dran, den Rest Chicle enttäuscht von den vielen Fehlversuchen in den East River zu werfen.

Eines Tages hörte er dann beim Einkauf in der Drogerie an der Ecke, wie ein kleines Mädchen für einen Penny Kaugummi verlangte.

In ihm reifte die Erkenntnis, dass das Beste an Chicle vielleicht doch, wie von Santa Anna gehört, das Kauen sei - und er steckte sich 1869 das erste Stück in den Mund. Es schmeckte ihm und war auch gut zu kauen. Adams entschied sich, den Stoff als Ersatz für aromatisches Bienenwachs zu verwenden, das den damaligen Kaugummikugeln Geschmack verlieh.

 

Er setzte sein restliches Vermögen für diese Idee ein und produzierte Kaugummi in kleinen Streifen, eingewickelt in buntes Papier. Die erste Substanz war für den amerikanischen Geschmack zu hart und musste daher weicher gemacht werden. Im Februar 1871 kauften die New Yorker seinen geschmacklosen Adams’ New York Gum No. 1 massenhaft, das Stück zu einem Penny in den Drogerien. Adams experimentierte weiter und gab dem Saft des Sapodilla-Baumes Zucker, Vanillin, Pfefferminzöl und andere ätherische Öle zu, bis er das richtige Mischungsverhältnis zustande gebracht hatte.

Er errichtete gemeinsam mit seinen beiden Söhnen eine Kaugummifabrik. Im selben Jahr erhielt er ein Patent für seine Maschine zur Herstellung von Kaugummi in Streifen, dessen wesentlicher Bestandteil Chicle war.

Adams machte weiter Versuche zur Geschmacksverbesserung des Produkts und brachte dann „Black Jack“, einen Kaugummi mit Lakritzgeschmack, auf den Markt. Diese Sorte verkaufte sich fast ein Jahrhundert lang.

1888 war Adams´ Kaugummi „Tutti-Frutti“ erstmals aus Verkaufsautomaten erhältlich, die in New Yorker U-Bahn-Stationen platziert wurden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war sein Unternehmen die prosperierendste Kaugummifabrik in den Staaten. 1899 schlossen sich die sechs größten und bekanntesten Firmen der USA und Kanadas, darunter jene von Adams, zu einem Monopol, der „American Chicle Company“, zusammen, um Kaugummi unter dem Markennamen „Chiclets“ zu produzieren. Adams wurde erster Vorstandsvorsitzender („Chairman of the Board“). Diese Firma wurde 1962 Teil des Chemieunternehmens Warner-Lambert und ging danach im britischen Cadbury Schweppes-Konzern auf.

 

 

Walter E. Diemer

In den 1900er Jahren versuchte als Erster der Amerikaner Frank Fleer, einen Blasenkaugummi zu entwickeln. Der Kaugummi war aber zu zäh und klebrig für Kaugummiblasen, so dass er nie vermarktet wurde. Walter E. Diemer war 23 Jahre alt und arbeitete nicht nur als Buchhalter im Kaugummi-Unternehmen Fleer Chewing Gum Company in Philadelphia, er war auch selbst begeisterter Kaugummi-Kauer. Schon lange suchte seine Firma nach der richtigen Mischung für einen Blasenkaugummi. Der Chef der Fleer Company, Gilbert Mustin, experimentierte mit neuen Kaugummi-Zusammensetzungen in einem Raum direkt neben dem Büro von Walter E: Diemer. Gilbert Mustin bat Walter Diemer gelegentlich, auf die Mischung aufzupassen, wenn er weg musste. Schließlich gab Gilbert Mustin das Interesse am Blasenkaugummi auf, aber Walter Diemer experimentierte weiter.

1928 stieß Diemer eines Tages zufällig auf eine Kaugummi-Mischung, mit der man Blasen machen konnte. Einige Farbstoffe erhöhten die Elastizität des Kaugummis so, dass mit dem Kaugummi große Blasen gemacht werden konnten. Die Erfindung des Blasenkaugummis „war ein Unfall“, sagte Diemer später. Er testete seine Mischung in einem Geschäft: Die Blasenkaugummis waren an einem Tag ausverkauft. Die Entdeckung wurde von seiner Firma als „Dubble Bubble“ verkauft. Mit dem Krieg eroberte schließlich auch der Kaugummi Europa. Diemer stirbt 93-jährig in Lancaster, Pennsylvania. Eine Gewinnbeteiligung erhielt Diemer nie.

 

 

William Wrigley Jr.

William Wrigley Jr. (* 30. September 1861 in Philadelphia; † 26. Januar 1932 in Phoenix, Arizona) war ein US-amerikanischer Kaugummihersteller.

Wrigley übernahm von seinem Vater eine Seifenfirma und gründete 1891 die berühmte Wrigley Jr. Company. Durch Zufall entdeckte er die Kaugummiproduktion, in die er 1893 einstieg. Er hatte die Idee, jeder Seifenpackung ein Päckchen Backpulver beizulegen. Dies war sehr erfolgreich, so dass er auch ins Backpulvergeschäft einstieg und dort wiederum Kaugummi beilegte. Wiederum war die Beilage ein großer Erfolg, und Wrigley entschloss sich, ins Kaugummigeschäft zu wechseln.

Wrigley zeichnete sich durch kreative Werbemethoden aus. 1915 verschickte die Firma an jeden, der in den Vereinigten Staaten im Telefonbuch stand, vier Streifen Kaugummi. Insgesamt wurden so 1,5 Millionen Menschen mit diesen kostenlosen Produktproben beliefert. Vier Jahre später wiederholte er die Aktion - zu diesem Zeitpunkt gab es schon mehr als 7 Millionen Telefonbesitzer, und es wurden dementsprechend viele Produktproben verschickt.

1920 legte er den Grundstein zu der neuen Firmenzentrale seiner Firma, die später ein Wahrzeichen der Stadt werden sollte.